TRAVEL / KOH TAO, THAILAND

Ich hatte keinen einzigen Tag an dem ich mal schlecht gelaunt oder traurig war. Ich bin glücklich und das seit Monaten. Aber wie könnte man auch anders? Ich befinde mich an den wunderschönsten Orten auf diesem Planeten. Ich habe nachdem ich 5 unvergessliche, wundervolle, aufregende Tage in Bangkok hatte, meine Zeit in Koh Tao verbracht. Geplant waren 4 Nächte dort zu bleiben und dann weiter nach Koh Phangan zur Halfmoonparty zu gehen und danach weiter nach Koh Samui zu reisen. Am abreise Tag bin ich mit einem Mädel mit dem ich auf Koh Tao viel unterwegs war zu einer Diving school gegangen um mich zu informieren. Eigentlich nur aus Interesse aber dann war ich so angefixt, dass ich unbedingt bleiben wollte. Ich habe also tatsächlich 2 h bevor meine Fähre nach Koh Phangan ging meine gebuchten Hostels gecancelled und mein Fähr-Ticket umgeschrieben. Ich bin in ein anderes Hostel umgezogen und habe mich bei Roctopus Dive für den Open Water diving Course angemeldet. Es ist eine der besten Entscheidungen die ich getroffen habe. Ich hatte eine unglaublich gute Zeit auf Koh Tao. So gut, dass ich sogar das erste mal seit Monaten traurig bin, dass ich diese Insel verlassen habe. Ich könnte sogar anfangen zu heulen weil alles einfach so perfekt war. Ich habe meine Zeit mit wundervollen Menschen verbracht und tolle Dinge erlebt. Bin um 5 Uhr aufgestanden um tauchen zu gehen, durfte einen Sonnenaufgang nach dem anderen genießen, wir lagen Nächte am Strand im Sand, haben Sterne geguckt, gute Konversationen geführt und das Leben bis ins vollste genossen. 
Nach meinem ersten dive hätte ich eigentlich schlafen müssen weil ich Tagelang jeden morgen um 5 oder 6 aufgestanden bin, stattdessen konnte ich nicht still sitzen, hatte ein Dauergrinsen im Gesicht und war hippelig und happy wie ein Kind. 
Koh Tao ist eine wunderschöne kleine Insel. Ich sitze gerade in Krabi in meinem Hostel und würde am liebsten wieder zurück aber genauso wenig will ich ewig an einem Ort feststecken. Natürlich hätte ich nochmal entscheiden können länger zu bleiben, meine Zeit mit Tauchen verbringen, Abende am Strand in einer Bar sitzen oder Tagsüber die Sonne zu genießen aber manchmal muss man sich einfach zwingen weiter zu ziehen um andere wunderschöne Orte zu entdecken. Manchmal trifft man Menschen die man sofort ins Herz schließt und durch die es dann so schwierig wird tschüss zu sagen. Manchmal ist man einfach vom ersten Moment an mit Menschen oder Orten verbunden - so dass man sich sofort Zuhause fühlt. 
Ich war aufjedenfall too busy mit tauchen und am Strand sitzen, Sonnenuntergänge genießen einen Drink schlürfen und das Theorie Zeug vom tauchen zu lernen, dass ich kaum Bilder gemacht habe aber ein paar von den ersten Tagen an denen ich noch Zeit hatte kann ich trotzdem mit euch teilen.

Edit: Wenn man etwas vermisst wieso dann nicht einfach dem Gefühl nachgeben und etwas dagegen tun. Ich habe mich nach 3 Tagen Krabi mitten in der Nacht um 4 Uhr dazu entschieden am nächsten Morgen wieder auf die Fähre zu steigen und zurück nach Koh Tao zu fahren. Ich hab das Insel life vermisst. Krabi ist toll und ich hatte extrem erlebnisreiche Tage dort - aber das feeling auf einer Insel ist einfach besser. Dazu kommt irgendwann auch ein Video. Wahrscheinlich erst wenn ich wieder in Deutschland bin aber Bilder können nicht verkörpern wie toll alles war. 

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TRAVEL / NUSA LEMBONGAN

Nach meiner ersten Woche in Uluwatu habe ich mich innerhalb von einem Tag spontan entschieden die Fähre nach Nusa Lembongan zu nehmen. Stefan wollte dann doch nicht mitkommen weil die Wellen in der Woche so gut werden sollten, dass er das nicht verpassen wollte. Ich habe mich also entschieden alleine weiter zu reisen. Allerdings traf ich auf Nusa Lembongan zwei Mädels aus Costa Rica und Argentinien wieder, die ich schon in Uluwatu kennengelernt hatte. 
Die Insel gehört zu einer Gruppe von 3 Inseln: Nusa Lembongan, Nusa Cenigan und Nusa Penida die  im Süd-Osten von Bali liegen. Ich habe also einen Fahrer bestellt der mich am nächsten morgen um 8 Uhr abgeholt und zur Fähre gebracht hat. 
Auf der Insel angekommen habe ich mir als allererstes einen Roller gemietet und mich auf den Weg zu meinem Homestay gemacht. Die Lage war einfach perfekt und die Familie die das Homestay führt war wunderbar. Extrem herzlich und unbeschreiblich hilfsbereit. An einem Abend z.B. an dem wir Abends am anderen Ende der Insel gegessen hatten (man muss sagen die Insel ist sehr klein und schnell umrundet), hat es so sehr angefangen zu regnen, dass die Leute vom Restaurant uns mit einem Wagen zu unseren Unterkünften gebracht haben. Ich hatte eigentlich vor trotzdem mit dem Roller heim zu fahren. Da ich aber dafür über Schotterwege und durch Pfützen und Dunkelheit hätte fahren müssen, wollten sie mich umbedingt absetzen, da es ansonsten einfach zu risky gewesen wäre. 
Ich habe also den Roller stehen lassen und Gede der Eigentümer des Homestays hat mich am nächsten morgen wieder dort hin zurück gebracht damit ich den Roller abholen konnte. 

Die Insel war so ziemlich der allerschönste Fleck den ich von Bali gesehen habe. Buchstäblich ein Paradies. Sowohl auf dem Land, an den Stränden und den Tempeln als auch unter Wasser beim schnorcheln. Man sagt es ist dort wie das ursprüngliche Bali mal war. Einfach wunderschön. 
Ich hatte eine ganz nette Begegnung mit einem um die 18 jährigen Balinesen, der mir als ich mit dem Roller stehen geblieben bin ganz schüchtern seine Hilfe angeboten hat und mich auf seinem Roller mit zur nächsten petrol station genommen hat. Gut, es war eher ein verstecktes Häuschen mit einer alten Oma die Benzin in versifften Plastikbehältern verkauft hat aber es hat gereicht. Er hatte mich wieder zurück zu meinem Roller gebracht und mir dabei geholfen das Teil wieder zum fahren zu bringen. Als ich ihm dafür etwas geben wollte lehnte er ab. Es war einfach wahre Hilfsbereitschaft. Nicht die Hilfsbereitschaft mancher Indonesier die nur Touristen abzocken wollen. 
Ansonsten war ich schnorcheln, habe Nemo gesucht, bin mit Mantarays schwimmen gewesen und habe unglaublich gut und gesund gegessen (im allerbesten Café namens "Bali eco deli"). Ich habe eine Französin kennengelernt und mich lange mit ihr über Nachhaltigkeit und die Verschmutzung durch Plastik auf Bali unterhalten. Einfach immer wieder schön sich mit anderen kreativen Köpfen auszutauschen. Außerdem habe ich einen Deutschen kennengelernt was bis dato noch nicht vorkam da einfach kaum Deutsche auf Bali unterwegs sind.  Zumindest zu dieser Zeit. Wir haben also spontan entschieden die Insel zusammen weiter zu erkunden. Am Abend haben wir auch die Französin wiedergetroffen und sind alle zusammen was essen gegangen. Wir saßen also zu ca. 20igst am Tisch unter uns Deutsche, Franzosen, Nordamerikaner uvm. Alle waren sie irgendwo reisen und hatten etwas zu erzählen. 

Ein bisschen Aufregung gab es als Flor einen Rollenunfall hatte, wir aber glücklicherweise 10 Minuten vorher getauscht haben indem ich Massiel hinten auf meinem Roller mitgenommen habe und sie somit nur alleine gefallen ist und nicht mit einer zweiten Person hinten drauf. Danach wurde gut diskutiert - mit ein paar Balinesen - ob denn der Schaden bezahlt werden muss oder nicht. Da die Typen ihr aber einen Roller mit einer nicht funktionierenden Bremse angedreht hatten, haben wir uns durchgesetzt und schlussendlich auch nichts gezahlt. 
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TRAVEL / 1ST WEEK BALI

Ok. Ich weiß noch nicht wie das hier laufen wird... Ich habe keine Zeit und Muße dazu mir größere Gedanken über ein Konzept zu einem Blogpost zu machen. Das ist auch der Grund wieso ich noch nichts gepostet habe (abgesehen davon, dass ich auch keine Zeit hatte). Aber ich werde jetzt einfach ein bisschen von meiner Reise berichten. Wahrscheinlich wird das ziemlich chaotisch aber für Familie und Freunde reicht es. 
Ich bin am 4. Januar in Denpasar, Bali gelandet. Was für ein Schock das erstmal war in Deutschland (wo Schnee lag) ins Flugzeug zu steigen und 25 h später im Sommer anzukommen. 
Die erste Woche meiner Reise habe ich in Uluwatu am Südzipfel Balis verbracht. Es ist DER Surferhotsot und dementsprechend einfach ein cooler Ort mit guten vibes. Ich habe mit einem Freund aus Frankreich in einem Homestay von Freunden von ihm gewohnt. Liam und Megara, die das Homestay führen kommen ursprünglich auch aus Frankreich wie Stefan und Megara aus New York. Sie wohnen nun seit einem Jahr in Ulu und verbringen ihre Zeit mit surfen oder yoga. Kein wunder also, dass wir eigentlich jeden morgen die Surfbretter auf den Roller geschnallt haben und zu verschiedenen Spots gefahren sind um surfen zu gehen. Was gibt es besseres? Ich glaube nichts. Es war einfach die beste Möglichkeit so viel wie möglich von Bali zu sehen. Ich war in Gegenden, in die ich nie gekommen wäre, hätte ich die beiden nicht gekannt. Gegenden die abgelegen und versteckt waren, Gegenden in denen Locals keinen Tourismus kannten und in denen wir die einzigen Europäer waren. Wir sind manchmal 2 h in der Hitze durch den verrückten Balinesischen Verkehr gecruist um dann zu abgelegenen, einsamen Stränden zu kommen bei denen wir die einzigen im Wasser waren. Keine andere Menschenseele. Nur wir und unsere Surfbretter. 
Was wir sonst noch gemacht haben außer zu surfen? Mal hier und da einen Tempel besucht. Frische Säfte getrunken, leckeres Mie Goreng und Nasi Goreng gegessen, feiern gewesen beim Single Fin und einfach jeden Tag bis auf ganze genossen. 
Einen wunderschönen Moment hatte ich als wir uns auf die Roller geschwungen haben, mit einem Bintang in der Hand und zu einem verlassenen Gebäude auf den Klippen von Uluwatu gefahren sind. Dort einfach den bunt gefärbten Himmel über dem tosenden Meer zu sehen war perfekt. 
Genauso wie Abende draußen bei denen wir zusammen gesessen sind und Erdnüsse gepult haben, Bier getrunken und irgendjemand Gitarre gespielt und gesungen hat. 

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TRAVEL / WIESO ICH ALLEINE LOS GEHE

Ich werde im Januar im Flieger auf dem Weg nach Südostasien sitzen. Es geht nach Indonesien, Thailand, Vietnam und zum Schluss noch nach Australien. Ich werde mit dem Rucksack unterwegs sein und zwar alleine. Wieso? 

Zu reisen war für mich immer schon Teil meines Lebens aber mal länger als einen Monat am Stück weg zu sein, das bin ich noch nie. Für mich war allerdings schon immer klar, dass ich mir Zeit für ein gap year nehme nach dem Abi. Ich hatte schon als Kind das Bedürfnis in die Welt raus gehen zu müssen und neue Länder kennenzulernen. Ich fühle mich schnell an fremden Orten wohl und kaum bin ich eine längere Zeit irgendwo nenne ich es gerne "Zuhause".  Mit Heimweh, Schulwechsel oder Umzügen hatte ich nie so Probleme wie andere. Für mich ist mein Zuhause nicht an einen Ort gebunden. Versteht mich nicht falsch ich liebe mein Zuhause sehr und freue mich auch immer wieder dort nach einer Reise anzukommen aber genauso liebe ich es weg zu sein und neue Dinge zu erleben.
Das ist wohl einer der Gründe wieso ich mich jetzt auf den Weg mache. Ich weiß, dass ich irgendwann Partner und Kinder haben werde und ehrlich gesagt möchte ich dann nicht mehr andauernd weg sein weswegen ich all das wonach ich strebe auch jetzt erleben möchte bevor ich sesshaft werde. 
Ich freue mich unglaublich auf die Reise und die Zeit die vor mir liegt. Ich gehe alleine los und zwar weil ich es so möchte. Ich will die Erfahrung für mich persönlich machen. 
Ich möchte alles erleben wie es ist, es spüren ohne von jemand anderem beeinflusst zu werden, mir mein eigenes Bild machen und vor allem möchte ich raus aus meiner comfort zone. Ich möchte wissen wie es ist sich allein auf den Weg zu machen und zu erfahren wie man als Mensch reagiert wenn man realisiert, dass man tausende Kilometer von Zuhause und dem gewohnten Umfeld, den Freunden und der Familie entfernt ist. Und wie man fähig ist alles hinzukriegen, alleine. Ich möchte mich weiter entwickeln und ich weiß, dass ich das auch mit jemandem an meiner Seite könnte aber für mich fühlt es sich richtig an es so zu machen. Es geht hier nicht darum irgendwem, irgendetwas zu beweisen - es geht hier ganz allein um mich und meine persönliche Reise. 

"I travel solo several months out of the year, and I am of the firm belief that you truly have not lived if you have not been out on the road alone."

Es gibt viele Vor- und Nachteile alleine zu reisen dessen bin ich mir wohl bewusst. Schon so banale Dinge wie "du kannst den Rucksack nicht mal eben stehen lassen wenn du auf die Toilette musst" aber ich glaube das wird das kleinste Problem sein. 
Vorteile sind zum Beispiel dass ich 100% unabhängig bin. Ich werde nie wieder die Erfahrung machen so frei zu sein wie in dieser Zeit. 
Ein weiterer Punkt ist, dass ich Entscheidungen treffen muss und das ist auch ein Grund wieso ich es für mich mache. 
Ich tue mich damit schwer bestimmte Entscheidungen zu treffen, aus welchem Grund auch immer. Ich habe meine Meinung, meine Ansichtsweise das ist klar und die teile ich auch mit aber wenn es darum geht zwischen Unternehmungen zu entscheiden "was gemacht wird" sage ich oft, dass es mir egal ist. Ich bin in den Momenten mit beiden Wahlmöglichkeiten einverstanden und sehe keinen Sinn darin mich zu entscheiden weil für mich beides "gleich gut" erscheint. Ich möchte aber lernen mich zu entscheiden und das kann ich nur indem ich jeden Tag auf der Reise dazu gezwungen bin kleine und große Entscheidungen für mich persönlich zu treffen. Ich habe einfach das Bedürfnis als Mensch dazu zu lernen und mich weiter zu entwickeln. Ich möchte etwas tun vor dem ich Respekt habe und das sicher auch nicht immer leicht sein wird aber ich habe wenigstens die Gewissheit stärker wieder da raus zu gehen. 
Diese Erfahrung wird mir niemand nehmen können. Ein sicher nicht unwichtiger Nebeneffekt ist, dass ich genug Menschen auf der Reise kennenlernen werde. Außerdem bin ich nicht die ganze Zeit alleine Unterwegs. Aber auch Menschen kennenzulernen ist alleine manchmal einfach leichter als wenn man nur mit "seinen Leuten" unterwegs ist. Man neigt einfach dazu bei dem gewohnten zu bleiben, sich ein Bild zu machen, vielleicht Dinge nicht zu tun die man gerne gemacht hätte und genau das möchte ich nicht. Ich möchte unvoreingenommen auf Menschen zu gehen können und interessante Erfahrungen machen. 

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07 / 12 / 2016

Du rutschst und knallst gegen die Leitplanke, dein Auto driftet ab du versuchst mit aller kraft irgendwas zu retten, das Auto - alles gerät außer Kontrolle, du kommst von der Straße ab und im nächsten Moment überschlägt es dich und alles was du spürst ist ein riesen Aufprall, Glassplitter in der Luft und im nächsten Moment eine unglaubliche Last auf dir. Du landest abseits von der Straße mit dem Dach auf einem Feld und alles was du denkst ist Nein. Ich muss hier raus, du steckst eingequetscht Kopfüber im Auto fest und versuchst an den Anschnaller zu kommen um dich befreien zu können. Der linke Arm schmerzt aber das ist egal, es ist das einzige Körperteil das irgendwie fähig ist sich in der Enge zu rühren und den Anschnaller zu finden... Du weißt nicht genau wo oben und unten ist, weil du deinen Kopf nur minimal bewegen kannst aber du bist froh darüber, dass das Fenster direkt neben dir kaputt ist und du da raus kannst. Von überall bedrückt dich die enge des eingedrückten Autos und alles was du denkst ist ich muss raus hier, ich kann hier nicht drinnen bleiben. Alles was ich dachte ist ich will dieses Gefühl nicht spüren, ich will hier raus. 
Und in dem Moment bist du nur froh da raus zu kommen bis dir auffällt, dass du irgendwo im stock Dunkeln um 5 Uhr morgens, abseits der Straße in einem Feld neben deinem zerstörten Auto kniest und nicht weißt ob du schreien oder heulen sollst und du um Hilfe schreist aber dich eh niemand hört. Aber alles ist besser als im Auto zu stecken. 
Du versuchst die wichtigsten Menschen zu erreichen, die die in deinem Handy unter Favoriten gespeichert sind bis dir auch da klar wird, dass du um die Uhrzeit niemanden erreichen wirst, dass du alleine bist. Du nicht weißt was du machen sollst,
als du plötzlich dieses krachende Geräusch eines weiteren Autos hörst und sich alles in deinem Inneren zusammen zieht. Du machst automatisch ein paar Schritte zurück weil du Angst hast, dass es gleich auf dich zu geschlittert kommt, dass es auch von der Straße abkommt. Aber es fängt sich und bleibt 500 m weiter stehen. 
Egal wie schlimm es ist, der Körper funktioniert. 
Du spürst die eises Kälte nicht, deine Schmerzen spürst du nicht, deine Beine fangen an zu rennen. Du rennst durch das hohe Gras des Feldes in Richtung des anderen Autos. 
Aber auch die Fahrer des Autos sind selbst so geschockt, dass sie nicht fähig sind sich um dich zu kümmern also gehst du zurück durch die Dunkelheit in Richtung deines Autos und in der Ferne siehst du, wie jemand mit Taschenlampen leuchtet, wahrscheinlich nach dir sucht. In der zwischenzeit hat es zwei weitere Autos gegen die Leitplanke auf der Straße geschlittert und eines davon auch in den Graben gesetzt. 4 Stück in einer Nacht. 
Den Menschen sowie den Autos ist nichts passiert und trotzdem diskutieren sie darüber wer Schuld ist, dass der eine Fahrer auf der Wiese gelandet ist. 
Ich schalte nur ab. Die Polizei und Krankenwagen wurden gerufen und du bist nur noch fähig auf der Wiese zu kauern und zu weinen, deine Schmerzen sind aufeinmal so present und dein ganzer Körper zittert, du merkst dass du deinen Arm weder heben noch anderweitig bewegen kannst alles kommt auf einmal hoch und egal wie alt du bist, du fühlst dich wie ein kleines schutzloses Kind. Die Polizei kommt und setzt dich in den Krankenwagen. Sie bringen dich in die Klinik und erklären dir was alles gemacht wird, wie alles weiter geht...
Im Grunde wird dir erst Stunden, vllt. Tage später bewusst was du für ein Glück hattest als du siehst wie zerquetscht das Auto ist. Als du vor dem Auto gekauert hast und die Räder in der Luft gesehen hast war dir klar, dass es das letzte mal gewesen ist, dass es nicht mehr zu reparieren ist. Du hast die verbogene Fahrerkabine gesehen, wie nichts mehr an seinem Platz war, die Sitze an Stellen wo sie vorher nicht waren, die Fenster Kaputt und alles andere eingedrückt als wäre es aus Knete. 
Aber als du zuhause bist und die Bilder siehst und die Reaktionen deiner Eltern, die weichen Knie deines Papas, die Tränen - da wird dir klar du hattest Glück, du hattest verdammt nochmal ein heiden Glück, dass dich dieses Auto nicht zerquetscht hat. Dir wird klar, dass es ein Wunder ist, dass du mit ein paar Schürfwunden, einer zerrissenen Hose, blauen Flecken und Prellungen an Rücken und Schulter davon gekommen bist. Das es nur das ist. Ein Trauma, mehr nicht. Das es schlimmer hätte ausgehen können. 
Aber alles was dir während den 3 h beim Unfall, im Krankenwagen, in der Klinik durch den Kopf ging war dieses Auto, dass für dich niemals nur ein Auto war. Bis du endlich jemanden erreichst der deinen Eltern bescheid gibt und sie dich holen kommen. Als sie dich endlich in den Arm nehmen und dir klar machen, dass es nur Blech ist, da fühlst du dich wieder sicher, nicht mehr ganz so schuldig.
Du bist 16 Jahre lang mit diesem Auto aufgewachsen, du bist dieses Auto irgendwann selbst gefahren, warst an verschiedenen Orten, warst campen, an wunderschönen Plätzen dieser wunderbaren Natur und hast Touren unternommen. Bist mit Freunden irgendwo hingefahren. Und egal wann du hast dich immer bedankt bei deinem Auto, dass es dich sicher von Ort zu Ort bringt, dass es ihn immer noch gibt nach 16 Jahren und du mit ihm unterwegs sein darfst, dass er auf dich aufpasst. 
Auch am Tag vor dem Unfall warst du mit ihm unterwegs, ihr seid hoch gefahren, aus dem Nebel raus in die Sonne und habt auf das Nebelmeer hinunter gesehen. Am Abend hast du dich wieder bedankt und ein paar Stunden darauf hat dir dein Auto gedankt und sich geopfert um dir das Leben zu retten. Ich weiß dass es ein unsicheres Auto ist mit dem ich an diesem Morgen unterwegs war und das es eigentlich anders hätte ausgehen können aber das ist es nicht. Es hat mich beschützt. Ich hatte ein Heer von Schutzengeln. Danke für die schönsten Jahre und ich kann mir nicht verzeihen was passiert ist aber ich bin für immer Dankbar, dass du dich geopfert hast und mich geschützt hast. 

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TRAVEL / STREETS OF PÉRIGUEUX, FRANCE

Périgueux oder Périgord wie es Einheimische nennen, ist eines der schönsten klein Städtchen, dass ich je gesehen habe. Wir wohnten in einem kleinen süßen B&B mit Hof direkt im Kern der Stadt. Alle Häuser Périgueuxs sind aus Kalkstein was das Städtchen in einem einheitliches Bild erscheinen lässt. Die Sträßchen sind alle unglaublich klein und verwinkelt und sehr Historisch. Wenn man über Periguex redet muss man automatisch überall ein "chen" dran hängen da es sonst viel zu Massiv wirken würde. 
Wir haben 3 Tage dort verbracht und hatten von kühlen bewölkten Tagen zu lauen Sommernächten und Sonnigen Mittagen alles dabei. Deswegen möchte ich euch auch die Stadt in seinen verschiedenen Farben zeigen. Kaum verändert sich der Himmel verändert sich das ganze Licht in den Straßen. Und genau das ist der Zauber, die Vielfalt des Charakters der Stadt.
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